Kinder verstehen

Große Gefühle gehören zum Leben dazu. Das ist für große Leute ganz normal, und auch für kleine Leute sollte es das sein.

Allerdings müssen Kinder erst lernen, ihre Gefühle zu erkennen, zu benennen und ihnen in angemessener Art und Weise Ausdruck zu verleihen - das ist gar nicht so einfach.

Denn immer noch gilt für Väter häufig, dass man über Gefühle nicht spricht, und für Mütter, dass Mädchen andere Gefühle zeigen "dürfen" als Jungen.

Dementsprechend werden im alltäglichen Familienleben die Gefühle von Kindern selten in angemessener Form wahrgenommen. Es ist jedoch wichtig, dass Kinder erfahren, wie sie ernst genommen werden - nicht nur als Familienmitglieder, sondern mit allen ihren Gefühlen und Gemütslagen.

Wut

Wut wird häufig heruntergehandelt. Wütende Kinder schreien, hauen, treten, werfen mit Gegenständen und werden von den Eltern dafür meist abgestraft.
Häufig reagieren die Eltern selbst aggressiv auf solches Verhalten. Das ist zwar verständlich, hilft der Sache aber wenig. Besser ist es, den Kindern
ihre Wut zuzugestehen.

Natürlich ist man manchmal zornig, möchte am liebsten aus der Haut fahren, und dann muss man das auch ausdrücken!

Aber man muss eben auch erst lernen, Wut zu lenken. Sie in Tatendrang umzusetzen oder beim Sport abzureagieren. Und vor allem muss man sagen können "Ich bin wütend!" - denn woher sollen Kinder mit üblicherweise so etwa drei Jahren wissen, woher dieses heiße, schäumende Gefühl im Bauch kommt?

Trauer

Trauer muss man ausleben dürfen. Wenn man sich so sehr einen Bonbon wünscht und ihn nicht bekommt, dann hat man ein Recht darauf, traurig zu sein.

Und bei Kindern ist das mit Tränen verbunden, unter Umständen mit ganzen Sturzbächen davon. Eltern sollten in dieser Situation weder den Bonbon herausrücken, noch über das "Gejammer" schimpfen - trösten ist angesagt.

Kinder müssen erfahren, dass man bei Trauer ernst genommen wird, nicht alleine ist, und dass auch die Trauer irgendwann vorbeigeht. Dafür muss man sie sich aber eingestehen und sie zeigen dürfen.

Mehr zum Thema finden Sie im E-Book Kinder.



Zurück zur Newsübersicht

Kommentarübersicht